Die Tagungsreihe Fundationes
untersucht die Grundlagen

eines interdisziplinären Forschungs-
gebietes in einem radikalen Sinn:
Vermeintliche Ergebnisse der

beteiligten Disziplinen werden hinter-
fragt und Gegebenes neu formuliert,

verloren Geglaubtes wieder zum Vorschein gebracht
und, wo nötig, alternative Wege aufgezeigt.


Vor allem aber geht es um das Explizitmachen des Impliziten, das Auf­decken der versteckten Prä­missen. So entsteht das Fundament eines komple­xen Erkenntnisgebildes. Die Gedankenschritte werden mit feinem Strich nachgezeich­net und zur weiteren Diskussion ge­stellt. Dieser scholastische Ansatz er­laubt es, scheinba­re Widersprüche aufzu­lösen oder auf Fehl­schlüsse hinzuwei­sen, die immer dann entste­hen, wenn zwei (oder mehr) Wissenschaftsdiszi­plinen, -schulen oder -generationen mitein­ander sprechen wollen. Bei wider­sprüchlichen Forschungsergeb­nissen ist es zu kurz gegriffen, nur eines als das »richti­ge« zu bezeichnen, bei­spielsweise das aktuells­te. Der Kontext, in dem viele Paradigmen entstanden sind, ist oft verlo­ren gegangen oder wird nicht genug beachtet. Dabei ist er zum Verständnis entscheidend.
WORKSHOPS
Das Ziel der Workshops besteht darin, in einem relativ kleinen Kreis fundiert, kontrovers, vor allem aber produktiv zu diskutieren. An diesem Ziel haben wir sowohl die Vorbereitung, den Ablauf so­wie die Nachbereitung der Workshops ausgerichtet. ↗ [...]
DURCHGEFÜHRTE UND GEPLANTE WORKSHOPS
Der Datenschutz, heißt es, diene dem Schutz vor Beeinträchtigungen des Persönlichkeitsrechts. Aber warum ent­hielt dann das erste Landesdatenschutzgesetz von Hessen Regelungen zum Infor­mationsverhältnis zwi­schen Par­lament und Regierung? Im Gutachten »Grundfragen des Datenschutzes« von 1971 wurde die Privatsphäre — wie die ganze Sphärentheorie — als Bezugspunkt für die rechtliche Regelung des Datenschutzes explizit als untauglich verworfen. Aber warum wird die Privatsphäre in der aktuellen Diskussion dann wieder so in den Mittelpunkt gestellt? ↗ [...]
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Die bürgerliche Gesellschaft ist eine Gesell­schaft, keine Gemeinschaft. Soziologisch macht eine solche Feststellung einen bedeutsamen Unterschied. War­um ba­siert die große Mehrzahl der Theo­rien zu Privatsphäre oder Datenschutz dennoch auf unterkomplexen Annahmen, die sich auf eine »Gemeinschaftsbezo­genheit und Gemeinschaftsgebunden­heit der Person« stützen? So verwenden vie­le Textpassagen, um Beispiele anzuführen, das Pronomen »wir«, einen Bezeich­ner für eine Gemein­schaft. Wer ge­nau ist mit diesem, einen Kon­sens unterstellenden »wir« gemeint? ↗ [...]
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Die öffentliche Meinung ist ebenso mächtig wie unsichtbar. Sie kann jedoch indirekt beobachtet werden, wenn sie öf­fentlich geäußert oder sogar kommentiert wird. Dabei spielt der öffentliche Raum, der durch die Medien aufgespannt wird, eine zentrale Rolle. An vorderster Stelle sind regel­mäßig erscheinende Zei­tungen zu nennen, die heutzutage nicht mehr zwingend auf Papier gedruckt erscheinen müssen. ↗ [...]